Im Jahre 2004 beging man den 50sten Jahrestag des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI) in Madrid. Die Anfänge gehen schon auf das Jahr 1943 zurück, als Helmut Schlunk eine kleine archäologische Bibliothek im Deutschen Kulturinstitut in Madrid einrichtete, die jedoch noch vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges geschlossen wurde.
Am 2. März 1954 konnte das DAI dann in einem eigenen Gebäude wieder eröffnet werden. Helmut Schlunk wurde Direktor. Von diesem Augenblick an entwickelte man in engem Kontakt zu Kollegen und Institutionen der Iberischen Halbinsel eine intensive und fruchtbare Tätigkeit, die sich in den zahlreichen Forschungsprojekten und Publikationen zeigt, die das DAI – allein oder in Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Wissenschaftlern - seit damals verwirklicht hat.
Eines dieser Forschungsprojekte – sogar das erste des Instituts überhaupt – war das zur römischen Villa von Centcelles. So entstand eine lang währende Zusammenarbeit zwischen der Stadt Tarragona und der Madrider Abteilung des Deutschen Archäologischen Instituts, eine spanisch-deutsche Zusammenarbeit, die freilich schon mit Adolf Schulten begonnen hatte und von Helmut Schlunk, Theodor Hauschild und verschiedenen Historikern und Archäologen der Stadt fortgesetzt wurde.
Diese Zusammenarbeit betraf auch die Sammlungen des Archäologischen Nationalmuseums von Tarragona (MNAT) und führte zu so bedeutenden Arbeiten wie der von Géza Alföldy zur römischen Epigraphie von Tarragona oder der von Eva M. Koppel zu den Skulpturensammlungen.
Die 50-Jahrfeier gab Anlass, über diese Beziehungen und die Arbeit des Instituts zur Archäologie der Iberischen Halbinsel nachzudenken und so kam das MNAT zu seinen Entschluss: Das Deutsche Archäologische Institut sollte eine Ehrengabe erhalten.
Der programmatische Rahmen von FotoTarragona schien dafür am besten geeignet. Schon seit Jahren entwickelt das Archäologische Nationalmuseum von Tarragona in einem seiner Sonderausstellungsprogramme Konzepte zur Beziehung zwischen Archäologie und Fotografie. Das Programm umfasst außerdem Projekte zur Bewahrung des fotografischen Erbes und zum ausschließlich zeitgenössischen Schaffen. Nun sollte die archäologische Fotografie in den Mittelpunkt gestellt werden. Gibt es eine schönere Aufgabe, als einen Gang durch das wunderbare Fotoarchiv des Deutschen Archäologischen Instituts zu unternehmen und – im Vorübergehen – seine Arbeit und ihre enge Verknüpfung mit dem jeweiligen Kenntnisstand zur Archäologie der Iberischen Halbinsel zu präsentieren?
Es war ein Leichtes, Punkte der Zusammenarbeit und der Übereinstimmung zu finden, um ein Ausstellungskonzept auszuarbeiten, das nun die Frucht unserer engen Freundschaft ist. Dass wir „an einem Strang ziehen“ konnten, war ohne die Hilfe der Mitarbeiter beider Institutionen nicht möglich, nicht ohne die Fotografen und Wissenschaftler, die im Laufe der Jahre dieses reiche fotografische Erbe zusammengetragen haben, das sowohl für die wissenschaftliche Erkenntnis als auch für die Verbreitung der hispanischen Archäologie in der Öffentlichkeit so wichtig ist.
Dirce Marzoli
Direktorin der Abteilung Madrid des Deutschen Archäologischen Instituts |
Pilar Sada
Direktorin de Museu Nacional Arqueològic de Tarragona |
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